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Posts Tagged ‘Christentum’

Die Geschichte des Christentums ist nicht nur eine Geschichte der Ausbreitung des christlichen Glaubens, sondern auch eine Geschichte der Ausdifferenzierung desselben. So kann die Ausbildung unterschiedlicher kirchlicher Traditions­zusam­menhänge mit der Wunde von Abspaltung und mit dem Schmerz der Trennung verbunden sein. Ist die Geschichte der Unterscheidung verschiedener Traditionen auch eine Geschichte der Unterscheidung durch Abtrennung und Konflikt, so besteht bei jeder Begegnung die Gefahr, dass die Brüche und Wunden der Vergangenheit in neuer Weise gegenwärtig werden.

Wenn allerdings Christinnen und Christen unterschiedlicher Traditions- und Kirchenzugehörigkeit sich ihr Christsein nicht gegenseitig absprechen und die Realität anerkennen, dass sie sich in den westlichen Gesellschaften in einem Übergang befinden, der mit Infrage­stellung, Anfechtung und Konkurrenz sowie mit einem wachsenden Plausibilisierungsbedarf und Legitimationsdruck einhergeht, dann gibt es keine Alternative zu einem Mehr an innerchristlicher Verständigung und Gemeinsamkeit.

Wenn die getrennten Kirchen um ihre Einheit ringen, so geschieht dies in erster Linie deshalb, weil diese Einheit zu ihrer Wahrheit gehört: »Ich heilige mich für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. […] Ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit auch sie eins seien, wie wir eins sind« (Joh 17, 19-22). Gabe und Aufgabe, Zusage und Antwort sind klar zu unterscheiden, dürfen aber auch nicht voneinander geschieden werden (Einheit als Gabe und Verpflichtung. Eine Studie des Deutschen Ökumenischen Studienausschusses (DÖSTA) zu Johannes 17 Vers 21, Frankfurt/M.-Paderborn 2002; Einheit der Kirche (Zur Sache 25), hg. von F.-O. Scharbau, Hannover 1985.).Freiheit, die nicht individualistisch enggeführt wird, erkennt hier ihre Verpflichtung auf andere Freiheit. Eucharistische Gemeinschaft macht gerade diese christlich-kirchliche Verpflichtung füreinander deutlich (1 Kor 12, 20-26; Apg 2, 43-47; Joh 21).

Mit Klarheit wird daher in der Einleitung der Charta Oecumenica formuliert: »Im Bewusstsein unserer Schuld und zur Umkehr bereit müssen wir uns bemühen, die unter uns noch bestehenden Spaltungen zu überwinden, damit wir gemeinsam die Botschaft des Evangeliums unter den Völkern glaubwürdig verkündigen. Im gemeinsamen Hören auf Gottes Wort in der Heiligen Schrift und heraus­gefordert zum Bekenntnis unseres gemeinsamen Glaubens sowie im gemeinsamen Handeln gemäss der erkannten Wahrheit wollen wir Zeugnis geben von der Liebe und Hoffnung für alle Menschen.«

Der Anspruch, die Wahrheit Gottes zu bezeugen, kann den Umstand nicht überspringen, dass das Bekenntnis zu Gott zugleich mit dem Bekenntnis zur Einheit der Wahrheit und zum Überschuss der Wahrheit Gottes gegenüber allen endlichen, menschlichen Wahrheitsbezeugungen einhergeht. So ist es zum einen das Bekenntnis zu dem einen Gott und zum anderen die Einsicht in die Endlichkeit und Begrenztheit der eigenen Wahrheitszeugenschaft, welche die verschiedenen christlichen Überlieferungsgemeinschaften in den Dialog miteinander nötigt.

In diesem Dialog kann die Wunde des Anfangs und die Fixierung auf die Ursprungsszene von Trennung überwunden werden, wenn die legitime Inhaltlichkeit der anderen Tradition als eine Repräsentanz von Aspekten entdeckt und gesehen werden kann, die in der eigenen Tradition nicht voll entwickelt wurde, mithin auf eine eigene Beschränkung oder Schwäche hinweist, die Fülle der Wahrheit des Christlichen zu bezeugen. Diese Einsicht kann zu einer Haltung der Anerkennung, Wertschätzung und Würdigung anleiten, in der es möglich ist, jenseits bleibender Fragen und Einsprüche, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen, der die Andersheit des Anderen nicht mehr als Bedrohung und Infragestellung versteht, sondern als eine Herausforderung und gegebenenfalls sogar als Bereicherung begreift. In einem Prozess des Aufeinander-Hörens, des Voneinander-Lernens und des Miteinander-Glaubens kann ein Anregen lebendig werden, das den Blick für die innere Vielfalt und Flexibilität der eigenen Tradition schärft und die eigenen Lebensformen zugleich weitet, herausfordert und bestärkt.

(c) Bernhard Nitsche, ESA-Freiburg, Februar 2012

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Hier finden Sie die Glaubenseinführung und den Kurs „Meinen Glauben erneuern“ von Wilhelm Schäffer, Kollege im Referat.

Wilhelm Schäffer, Glauben in dieser Zeit

Wilhelm Schäffer, Im Geiste neu

Unten stehend folgt der Glaubenskurs der Katholischen Glaubensinformation in 24 Einheiten.

01: Was ist der Mensch?

02: Auf der Suche nach Sinn

03: Auf der Suche nach Gott

04: Atheismus, Religion, Christentum

05: Jesus Christus

06: Begegnung mit Gott

07: Gott mit uns

08: Größe und Elend des Menschen

09: Glaube, der frei macht

10: Die Kirche

11: Die Kirche und die Kirchen

12: Vielfältiger Dienst

13: Schrift und Offenbarung

14: Zeichen von Gottes Nähe

15: Leben als Christ

16: Christ in der Zeit

17: Das Gebet

18: Die Heilige Messe

19: Schuld und Vergebung

20: Liebe und Ehe

21: Maria und die Heiligen

22: Tod – und dann?

23: Katholische Besonderheiten

24: Wenn ich doch nur glauben könnte

Nachstehend finden Sie die Links zu den einschlägigen offiziellen Katechismen und die Glaubensinformationen der Diözese Graz-Seckau.

Katholischer Erwachsenenkatechismus der Deutschen Bischofskonferenz. Erarbeitet von Walter Kasper

Katechismus der Katholischen Kirche

Glaubensinformationen der Diözese Graz-Seckau mit weiterführenden Links

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