Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Uncategorized’ Category

»Am Anfang war das Geschenk.
Und das Geschenk war von Gott,
und das Geschenk war«

die Gegenwart Gottes vor und über uns,
Geheimnis unauslotbar, Quelle und Ur-Sprung,
jenseits von Nichts und Sein, unverfügbar.

die Gegenwart Gottes über und unter uns,
aus dem Ur-Sprung hervorgegangene Fülle des Seins,
All des Alls und Wahrheit in Treue,

die Gegenwart Gottes über und in uns,
reine Gabe und Barmherzigkeit,
all-belebend, all-versöhnend, all-ermächtigend.

 Als Gegenwart und Dasein
unerforschlichen Ursprungs und unermesslicher Güte,
höchsten Seins und tiefster Wahrheit,
belebender Macht und vollendender Dynamik,
schlug das Geschenk sein Zelt unter uns auf
– erschreckend und faszinierend:

 »Zuerst in Form eines Feuerballes,
der 750 000 Jahre lang unvermindert brannte
und in seinem ungeheuer heißen Ofen
Hadronen und Leptonen kochte.
Diese Gaben fanden gerade genug Stabilität,
um die ersten atomaren Geschöpfe zu gebären,
Wasserstoff und Helium.

Eine Milliarde Jahre des Kochens und Brodelns,
bis die Begabungen des Wasserstoffs und Heliums
Galaxien gebaren – wirbelnde, sausende, lebendige Galaxien,
die Billionen Sterne schufen,
Lichter in den Himmeln und kosmische Brutöfen,
die neue Geschenke entstehen ließen
durch gewaltige Explosionen riesiger Supernovas,
in einem Glühen aufflackernd
heller als eine Million Sterne.

Geschenke über Geschenke,
Begabungen gebärende Gaben,
explodierende Gaben, implodierende Gaben,
Geschenke des Lichts, Geschenke der Dunkelheit,
kosmische Begabungen und subatomare Begabungen.
Treibend alles und wirbelnd, geboren und sterbend,
in einem ungeheuren geheimnisvollen Plan
– auch dieser ein Geschenk.
Eine dieser Supernovas explodierte auf eigene Art
und sandte eine einzigartige Gabe ins Universum
– von später folgenden Geschöpfen genannt Erde,
ihre Heimat, ihre Biosphäre, ein Geschenk für sie –
hüllt sie ein in Schönheit und Würde
und genau den rechten Schutz vor der Sonnenstrahlung,
vor kosmischer Kälte und vor ewiger Nacht.
Der so begabte Planet wurde als ein Juwel
in eine ausgezeichnete Umgebung gesetzt,
in genau 100 Millionen Meilen Entfernung
von seinem Mutterstern, der Sonne.

Neue Begabungen entstanden,
in ihrer Gestalt neu im Universum
– Felsen, Meere, Kontinente,
vielzellige Geschöpfe, beweglich aus eigener Kraft.
Leben war geboren!
Geschenke aus dem Stoff von Feuerball und Helium,
Galaxien und Sternen, Felsen und Wasser
nahmen nun die Gestalt des Lebens an!
Leben – ein neues Geschenk [des geschenkten] Universums,
eine neue Begabung im Universum.
Blumen vielfältiger Farben und Düfte, aufrechte Bäume.
Wälder entstanden und boten Raum
für alle Formen kriechender und krabbelnder Wesen.
Wesen, die fliegen und singen.
Wesen, die schwimmen und rutschen.
Wesen, die auf vier Füßen laufen.

Und schließlich –
Wesen, die stehen und auf zwei Beinen gehen.
Mit beweglichen Daumen für weitergehende Kreativität
– für noch mehr Begabungen.
Der Mensch wurde ein Geschenk und eine Bedrohung.
Denn seine Schöpferkräfte waren einzig in ihrem Potential
zur Zerstörung und zur Heilung.«
Obwohl zur königlichen Pflege und Fürsorge eingesetzt,
konnte sein Handeln pervertieren
zur bemächtigenden und überfordernden Geste dessen,
der Ursprung, Fülle und Vollendung schlechthin ist.
So entstanden Fragen des Menschen an sich selbst:
»Wie würde er diese Begabungen anwenden?
Welche Richtung würde er einschlagen?
Die Erde erwartet die Antwort auf diese Fragen.
Und sie wartet noch.
Zitternd.
Lehrer wurden gesandt, Verkörperungen des Göttlichen,
aus Erde geboren –
Isis und Hesiod, Buddha und Laotse,
Mose und Jesaja, Sara und Esther,«
Johannes »und Paulus, Maria und Hildegard,
Häuptling Seattle und die Büffelfrau –
um die Menschen Wege des Mitgefühls zu lehren.«

Doch dann kam einer,
ein Mensch wie wir und doch der eine Mensch für alle,
Erstgeborener des Alls und Anführer zum Leben,
Antlitz der Liebe und Ebenbild des Unsichtbaren.
In ihm verstanden wir Wertschätzung und Vergebung,
Gerechtigkeit und Frieden,
Schwestern und Brüder, Kinder Gottes zu sein.
Er wurde zum Zeugen der Güte,
zum Boten der Wahrheit,
zum Künder der Vollendung
– unüberbietbare Gabe und Gegenwart Gottes:
Gnade über Gnade.

Doch »immer noch wartet die Erde,
ob die Menschheit ein Geschenk sei oder ein Fluch.
Zitternd.
Hast du je ein Geschenk gegeben und es später bereut?
Die Erde grübelt und wartet.
Denn das Geschenk ist Fleisch geworden
und wohnt überall unter uns,
und wir neigen dazu, es nicht zu kennen.«
Und wir behandeln die Gaben des Alls –
Leben und Ermächtigung, Liebe und Gerechtigkeit,
Solidarität und Gemeinschaft, Freude und Hoffnung,
zuwendungsvolle Güte,
wegweisende Wahrheit
und vollendende Dynamik,
nicht wie Gaben und Begabungen
im Universum als der Galaxie Gottes,
sondern als Objekte,
verfügbarer Lebensformen,
verfügbarer Handlungsformen,
die wir benutzen, missbrauchen,
niedertreten – ja kreuzigen.

Jenen aber, die das Geschenk mit Ehrfurcht empfangen
und Hüter des Lebens sind, ist alles verheißen.
Alle werden sie Kinder Gottes und der Erde heißen,
Söhne der Gerechtigkeit und Töchter der Gnade,
Kinder des Lichts.
Durch alle Generationen und alle Evolutionen hindurch,
bis alles in allem
und das Geschenk des Alls
durch Gott und in Gott vollendet ist.

(c) Hymnus von Matthew Fox, überarbeitet und erweitert von Bernhard Nitsche, April 2012.

Read Full Post »

Das Internet wird als Kommunikationsmittel immer bedeutsamer. Die traditionelle Google-User-Community der Web 1.0 Generation, die primär an der Bereitstellung und Recherche von Informationen interessiert war, wird zunehmend von der Web 2.0 Generation abgelöst, welche das Internet als soziales Kommunikationsmittel zur Organisierung von Freundschaftskreisen, gesellschaftlichen Aktionen oder politischen Interventionen nutzt. Dieser Trend wird über die Lebenswelt der jungen Menschen auch zukünftig immer stärker das kirchliche Leben und die pastorale Arbeit in der Kirche prägen. Damit für diese neue Form der öffentlichen Kommunikation des Evangeliums und der sozialen Vernetzung von religiös interessierten Menschen Kräfte freigesetzt werden können, ist zu überlegen, wo im Gegenzug anderes stärker zurücktreten kann. Der sich hier abzeichnende Wechsel dürfte Auswirkungen auch auf die Arbeitsfelder künftiger Pastoralarbeit haben. In ihnen und unter ihnen wird die soziale Kommunikation und die Vernetzung überFacebook, Twitter & Co. zunehmendes Gewicht bekommen. Ob in Asien oder in Europa: die Organisation von Events und die Bestimmung der Location kann sich von einem Tag auf den anderen verändern. So war es bei einer norddeutschen Gruppe, die ihre Sonntagsgottesdienste in wechselnden Kneipen realisierte und dafür kurzfristige Terminvereinbarungen treffen musste.

Doch dies gilt auch noch für die Gemeinschaft oder Kirche mit festem Standort, sofern sie ihre Veranstaltungen und Angebote, aber auch das Diskussionsforum und den life Chat zu Glaubensfragen pflegt. Gibt es im Internet viele Möglichkeiten der neuen Vernetzung, so beschreibt Emerging Church Deutschland diese Organisationsform von Emergenz selbst, wie folgt:

»Das Phänomen – wie aus Teilen ein lebendiges Ganzes wird – wird als Emergenz bezeichnet. Eine grundsätzliche Herausforderung insbesondere für Organisationen, die eine anspruchsvolle Mission auf eine stark dezentrale, partizipative und individuelle Weise umsetzen wollen. In der internationalen und interkonfessionellen “emerging church” Bewegung wird dies erichprobt. Es handelt sich dabei um eine der fluidesten und offensten Führungs- und Organisationsformen, die zugleich hoch fokussiert und solidarisch ist.«

Biblisch gesprochen: aus vielen Körnern und aus vielen Menschen, die sich um die Körner kümmern, weil sie Geschmack an diesem Brot des Lebens haben, erwächst das Brot der Gemeinschaft als Brot für das Leben. Ein lebendiges Ganzes aus lebendigen Teilen von Menschen die sich persönlich, teilnehmend und teilgebend engagieren, die dezentral und individuell das Ihre einbringen, eine solche dynamische Offenheit dürfte der Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit durchaus gewünscht werden.

In dieser Hinsicht braucht die Kirche eine neue, veränderte Form der Internetarbeit. Doch wird diese nicht fruchten, wenn sie nach dem Motto eingesetzt wird: »wasch mich, aber mach mich nicht nass«! Dies gelingt nur, wenn niederschwellig in Netzwerken gearbeitet wird, wenn flache Hierarchien gewollt und partnerschaftliche Zusammenarbeit ohne restriktive Direktion realisiert wird. Die Lebendigkeit dieser neuen Form der Kirche bringt etwas von der Lebendigkeit des Geistes Gottes ins Schwingen, der nicht nur unverfügbar weht, wo er will, sondern seine Kraft entfaltet, wo Friede und Freude und Gerechtigkeit unter den Menschen wachsen.

(c) Bernhard Nitsche, ESA-Freiburg, März 2012

Read Full Post »

Gelebte Inklusion

Jüngst gab es wieder einmal ein Malheur. Der vereinbarte Pflegedienst kann nicht und das Haus in dem wir tagten wurde binnen Jahresfrist völlig umgebaut, hatte eine verändertes Mobiliar. So konnte der Pflegelifter nicht mehr unter das Bett gefahren werden. Auch die neuen Tische im Haus haben nun so tief gelegte Querstege, dass ich selbst mit meinen am tiefsten gelegten Rollstuhl nicht an den Tisch fahren konnte. Gott sei Dank hatte ich meinen stets hilfsbereiten Chef dabei und hilfsbereite Kollegen. So war es möglich, die Matratze auf dem Boden zu legen und die Unpässlichkeit zu überwinden. Ihm und dem hilfsberreiten Kollegen einen herzlichen Dank!

(c) Bernhard Nitsche, ESA-Freiburg, März 2012

Read Full Post »

Eine Bioland-Expertin aus Grafenberg plädierte in einem Dezember-Gutachten dafür, dass die Zubereitung von Mahlzeiten sowie die Bereitstellung von Getränken nicht mehr als 10 Min. pro Tag beanspruchen darf.

Einmal Pasta in die Mikro – basta! Dazu: ein Fass Bier – reicht das dir?

(c) Bernhard Nitsche, Februar 2012

Read Full Post »

In Bearbeitung

Read Full Post »

In Bearbeitung

Read Full Post »

Der durch die Globalisierung notwendig gewordene interkulturelle Dialog konfrontiert eine zunehmende Zahl auch von atheistisch erzogenen oder religiös unmusikalischen Menschen mit dem Fortbestand von Religion und Religiosität. Zur Verblüffung der sogenannten „säkularisierten“ geistigen Eliten in den westlichen Gesellschaften des Nordens erfreut sich nicht nur die us-amerikanische Form der „Civil Religion“ hoher Akzeptanz und fortdauernder Bestandskraft. Mittlerweile zeigt sich, dass der Faktor Religion nicht nur in anderen Kulturen der Erde eine hohe Vitalität besitzt, sondern in neuen Formen der individuell komponierten und global kompilierten Patch-Work-Spiritualität und -Religiosität zu einem Megatrend in den westlichen Gesellschaften geworden ist. So wundert es nicht, dass gerade die für Religionssysteme eher unspezifische Kategorie der Engel noch in der Werbebranche höchste Nutzanwendung findet.

Dieser Megatrend ist subinstitutionell, insofern er in der Regel ohne formelle und lebenslange Bindungen an eine religiöse Großinstitution auskommt. Die Bindungen sind passagenhaft und personal organisiert und werden vor allem durch konkrete Begegnungen und professionelle Events organisiert. Die Bindungen sind überwiegend durch geistliche FührerInnen (Gurus), durch informelle oder halboffizielle Gruppierungen sowie durch mystisch-sinnenhafte und leibbezogene Rituale geprägt. Sie finden oft in der Form spiritueller Work-Shops und temporärer (exerzitienähnlicher) Seminare statt. Dieser äußeren Organisationsform entspricht die innere Gestalt der Religiosität, die mit den Stichworten Spiritualität, Mystik und Meditation charakterisiert wird und den individuellen Erlebnisbezug in den Vordergrund rückt. In diesem Sinne ist der Leitspruch des New Age zu verstehen: „Akzeptiere allein das, was für dein inneres Selbst wahr klingt“. Positiv verstanden kann in dieser Haltung eine neue Form der geistlichen Authentizität ausgemacht werden. Ist dieser Blick in den Spiegel der Wirklichkeit vor allem nach innen gerichtet, so darf die Rückseite des Spiegels, seine Gefahr, nicht übersehen werden. Obwohl auch die neuen religiösen Lebensformen kaum ohne elaborierte Selbstbeschreibungen auskommen, kann ihre stark selbstbezogene Gestalt von Religiosität – negativ gesehen – zu einer weitgehenden Privatisierung der spirituellen Lebensdeutung führen, die sich der Rechenschaftspflicht im sozialen Feld gesellschaftlicher Lebensvollzüge und in den Diskursen der (religions-) philosophischen Vernunft entzieht.

Der Megatrend zur Spiritualität ist in Bezug auf die Profile der Großreligionen subkonfessionell. Die neue Spiritualität und Religiosität organisiert sich im Unterschied zu den großinstitutionellen Lehr- und Bekenntnistraditionen in kleinen, persönlichen Patch-Work-Überzeugungen. Die großen öffentlichen Liturgien der Religionen werden durch private Kulte und individuelle Rituale ersetzt. Soziologisch findet dies seinen Ausdruck in dem schnell anwachsenden Markt von privatwirtschaftlich arbeitenden Designern von Lebensriten und Bestattungskult(ur)en.

Dieser Prozess der fortschreitenden Individualisierung von Lebensverhältnissen und Sozialbeziehungen kennt im Gegenzug eine Form der Sinnstiftung durch überörtliche Kulte und Liturgien in multimedial inszenierten Großereignissen, seien es Rockkonzerte oder Fußballspiele. Diese ortsübergreifenden Praktiken ermöglichen die Teilnahme an individuellsten Lebensschicksalen, an sportlichen Siegesfeiern und Verliererdebakeln, an erhebender Musik und erlösendem Lachen, an ökonomischen Lebenslotterien und politischen Macht-Inszenierungen ebenso wie die Teilnahme an geistlichen Groß-Events. Mit ihnen wächst das Bedürfnis, Religion personalisieren zu können.

Nicht zufällig werden religiöse Führer wie der Papst oder der Dalai Lama oder andere Meister zu medial inszenierten Ikonen der Transzendenz. Die fortschreitende Individualisierung von Religion und Spiritualität einerseits sowie das wachsende globale, ökologische und kosmische Bewusstsein andererseits rücken ein Empfinden in den Vordergrund, das als mystisches Gefühl der energetischen (geistlichen oder karmischen) Verbundenheit mit allem beschrieben werden kann.

© Bernhard Nitsche, ESA Freiburg, November 2011

Read Full Post »

Older Posts »