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Archive for März 2012

Das Internet wird als Kommunikationsmittel immer bedeutsamer. Die traditionelle Google-User-Community der Web 1.0 Generation, die primär an der Bereitstellung und Recherche von Informationen interessiert war, wird zunehmend von der Web 2.0 Generation abgelöst, welche das Internet als soziales Kommunikationsmittel zur Organisierung von Freundschaftskreisen, gesellschaftlichen Aktionen oder politischen Interventionen nutzt. Dieser Trend wird über die Lebenswelt der jungen Menschen auch zukünftig immer stärker das kirchliche Leben und die pastorale Arbeit in der Kirche prägen. Damit für diese neue Form der öffentlichen Kommunikation des Evangeliums und der sozialen Vernetzung von religiös interessierten Menschen Kräfte freigesetzt werden können, ist zu überlegen, wo im Gegenzug anderes stärker zurücktreten kann. Der sich hier abzeichnende Wechsel dürfte Auswirkungen auch auf die Arbeitsfelder künftiger Pastoralarbeit haben. In ihnen und unter ihnen wird die soziale Kommunikation und die Vernetzung überFacebook, Twitter & Co. zunehmendes Gewicht bekommen. Ob in Asien oder in Europa: die Organisation von Events und die Bestimmung der Location kann sich von einem Tag auf den anderen verändern. So war es bei einer norddeutschen Gruppe, die ihre Sonntagsgottesdienste in wechselnden Kneipen realisierte und dafür kurzfristige Terminvereinbarungen treffen musste.

Doch dies gilt auch noch für die Gemeinschaft oder Kirche mit festem Standort, sofern sie ihre Veranstaltungen und Angebote, aber auch das Diskussionsforum und den life Chat zu Glaubensfragen pflegt. Gibt es im Internet viele Möglichkeiten der neuen Vernetzung, so beschreibt Emerging Church Deutschland diese Organisationsform von Emergenz selbst, wie folgt:

»Das Phänomen – wie aus Teilen ein lebendiges Ganzes wird – wird als Emergenz bezeichnet. Eine grundsätzliche Herausforderung insbesondere für Organisationen, die eine anspruchsvolle Mission auf eine stark dezentrale, partizipative und individuelle Weise umsetzen wollen. In der internationalen und interkonfessionellen “emerging church” Bewegung wird dies erichprobt. Es handelt sich dabei um eine der fluidesten und offensten Führungs- und Organisationsformen, die zugleich hoch fokussiert und solidarisch ist.«

Biblisch gesprochen: aus vielen Körnern und aus vielen Menschen, die sich um die Körner kümmern, weil sie Geschmack an diesem Brot des Lebens haben, erwächst das Brot der Gemeinschaft als Brot für das Leben. Ein lebendiges Ganzes aus lebendigen Teilen von Menschen die sich persönlich, teilnehmend und teilgebend engagieren, die dezentral und individuell das Ihre einbringen, eine solche dynamische Offenheit dürfte der Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit durchaus gewünscht werden.

In dieser Hinsicht braucht die Kirche eine neue, veränderte Form der Internetarbeit. Doch wird diese nicht fruchten, wenn sie nach dem Motto eingesetzt wird: »wasch mich, aber mach mich nicht nass«! Dies gelingt nur, wenn niederschwellig in Netzwerken gearbeitet wird, wenn flache Hierarchien gewollt und partnerschaftliche Zusammenarbeit ohne restriktive Direktion realisiert wird. Die Lebendigkeit dieser neuen Form der Kirche bringt etwas von der Lebendigkeit des Geistes Gottes ins Schwingen, der nicht nur unverfügbar weht, wo er will, sondern seine Kraft entfaltet, wo Friede und Freude und Gerechtigkeit unter den Menschen wachsen.

(c) Bernhard Nitsche, ESA-Freiburg, März 2012

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Gelebte Inklusion

Jüngst gab es wieder einmal ein Malheur. Der vereinbarte Pflegedienst kann nicht und das Haus in dem wir tagten wurde binnen Jahresfrist völlig umgebaut, hatte eine verändertes Mobiliar. So konnte der Pflegelifter nicht mehr unter das Bett gefahren werden. Auch die neuen Tische im Haus haben nun so tief gelegte Querstege, dass ich selbst mit meinen am tiefsten gelegten Rollstuhl nicht an den Tisch fahren konnte. Gott sei Dank hatte ich meinen stets hilfsbereiten Chef dabei und hilfsbereite Kollegen. So war es möglich, die Matratze auf dem Boden zu legen und die Unpässlichkeit zu überwinden. Ihm und dem hilfsberreiten Kollegen einen herzlichen Dank!

(c) Bernhard Nitsche, ESA-Freiburg, März 2012

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